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Die Flüsse spielten ihre Hauptrolle sehr gut

Es hat den Zuschauern offensichtlich bestens gefallen, was der Verein Flößerstraße zusammen mit dem Filmer und Fotografen Sigi Menzel in dem FlussFILMfestival in Wolfratshausen präsentiert hat. Denn die Resonanz war beachtlich: Von den vielen Hundert Zuschauern, die an den drei Filmtagen in die Loisachhalle und ins Wolfratshauser Kino kamen, waren rundweg positive Stimmen zu hören.

Am Eröffnungsabend in der Loisachhalle, in dem die drei Filme unter dem Motto „Lebendige Vergangenheit – Der Tradition verpflichtet“ das Thema Floß und Fluss behandelten, sprach Bürgermeister Klaus Heilinglechner, der Schirmherr des Filmfestivals war, ein Grußwort (sh. Bild oben). Neben seinem Dank an das ganze Organisationsteam für seine ehrenamtliche Arbeit schilderte er die große Bedeutung der Flößerei in der Internationalen Flößerstadt Wolfratshausen und betonte zudem den großen Stellenwert von Flüssen – „denn alle bedeutenden Städte liegen an Flüssen.“

Nach der Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste durch Moderator Alexander Müller wurde Flößerstraßen-Vorsitzende Gabriele Rüth von ihm interviewt. Dabei betonte sie, es gebe keinen besseren Veranstaltungsort als Wolfratshausen, „das ja so idyllisch zwischen den beiden Flüssen Isar und Loisach liegt“. Auf seine Frage, wie Rüth denn auf die Idee zu dem FlussFILMfestival gekommen war, berichtete sie: „Die Idee eines Flussfilmfestivals war geboren nach dem Erfolg unseres Kooperationsfilms „Fahr ma obi am Wasser“ mit dem Filmer Walter Steffen. Da dachten wir uns, vielleicht interessieren die Menschen ja auch andere Flüsse außer den hiesigen. Und zu unserem Verein passt ja das Thema Flüsse auch bestens: Denn kein Floß ohne Fluss. Und mit Festival-Fachmann Sigi Menzel (dem langjährigen Mitorganisator des Bergfilmfestivals) hatten wir einen hochversierten Partner für alles rund um die Filme und -technik.“

Mit sicherem Gespür und fachlich kompetent führte Sigi Menzel an allen Tagen durch das jeweilige Programm, stellte kenntnisreiche Fragen an die anwesenden Filmer, Wolfgang Mertin („Riesenflöße auf dem Jenissei“), Jürgen Eichinger („Die Stimme der Donau“, „Die Isar – Der letzte Wildfluss“ und „Auf den Spuren der Isar“) und Kajakspezialist Dr. Michael Strobl ( „Eyes of God!“ und „Stikine“ von Olaf Obsommer). Auch einen seiner eigenen Filme hatte Menzel ins Programm gestellt: „Lichterglanz und Heiligenschein“ mit stimmungsvollen Bildern über die Wolfratshauser „Johannifloß-Prozession“.

Das FlussFILMfestival sei es ein Wagnis gewesen, so Rüth im anschließenden Gespräch mit dem Isarkurier. Denn ein Dokumentarfilmfestival, in dem nur Flüsse die Hauptrolle spielen, habe es in dieser Form bisher hier noch nicht gegeben. Dazu komme, dass sich Kinogänger eigentlich spontan entscheiden, ob sie ins Kino gehen wollen. „Es war also jeden Tag echt spannend für uns, wie viele noch an die Kinokasse kommen.“ Doch zum einen müsse ja der gemeinnützige Verein nicht unbedingt auf wirtschaftlichen Gewinn achten und zudem habe Rüth zahlreiche Förderer, Sponsoren und Kooperationspartner finden können sowie die Zusage durch den öffentlich-privaten Innenstadt-Projektfonds erhalten. Dafür wollte sie allen aufrichtig danken.